Mai

Ich sitze unter dem Ahornbaum im Garten und staune ins grüne Blattwerk. Eingetaucht in die Grüntöne blinzle ich aus dem Schattenspiel ins gleissende Sonnen-Licht. Die Sinne sind erfüllt von betörenden Düften, von einer verspielten Formenvielfalt und vom Jubilieren der neu erwachten Natur. – Natur, das bin ja auch ich. In dieser Verbundenheit breitet sich die allgegenwärtige Mai-Freude auch in mir aus. Und mit der Freude beginnt auch die Sorge zu keimen. Bald ist dieser schöne Moment wieder vorbei, es werden Sommerhitze oder Gewitterregen kommen und die Blütenpracht beenden. Die Vogelkinder werden ihre Nester verlassen, die Schwalben wieder fortziehen in

Mai2023-10-04T12:18:59+01:00

TAO

TAO TE KING, Kapitel 32 Tao ist ewig und hat keinen Namen. Obwohl es von Natur unscheinbar klein ist, wagt die ganze Welt nicht, es zu unterwerfen. Wenn Prinzen und Könige es handhaben könnten, würden die zehntausend Dinge und Wesen sich ihnen unterwerfen. Himmel und Erde würden sich vereinigen und süssen Tau herabfallen lassen, und das Volk würde ohne Befehle von selbst zur Harmonie gelangen. Von dem Augenblick an, da Tao verteilt war, erhielt es seinen Namen. Diesen einmal bestimmten Namen muss man einzuhalten wissen. Wer einzuhalten weiss, gerät in keine Gefahr. Tao ist im Weltall verbreitet. Alles kehrt

TAO2023-10-04T09:24:17+01:00
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